1. Kompanie

Die erste Kompanie hat als Kompanieblume die Kornblume. Sie war im Südosten der Stadt beheimatet, ihr Einzugsbereich entsprach früher der Jacobihofe. Heute haben sich die Grenzen der Kompanien verwischt. Immerhin liegt das derzeitige Kompanielokal "Hülsemanns Schänke" in Sichtweite der Jacobikirche, so dass die Kompanie die Lange Straße entlang einen schönen Anmarschweg zum Marktplatz hat.

Offiziere

Aktuelles

24.11.2018

Arbeitseinsatz, Schützenplatz, 10:00 Uhr

01.12.2018

Winterballkartenvorverkauf, Kompanielokal Hülsemanns Schänke, 11:00 Uhr (Winterball 12.01.2019)

Galerie

Kompanielokal

Chronik

Offiziere der ersten Kompanie im Jubiläumsjahr

V. l.: Lt. Hermann Peters, Olt. Thomas Linhoff, Hptm. Klaus Schulte-Döinghaus, Lt. Claudius Voigt, Lt. Wolfgang Stoppel
Hauptmann Klaus Schulte-Döinghaus
Oberleutnant Thomas Linhoff
Leutnant Hermann Peters
  Wolfgang Stoppel
  Claudius Voigt
   
   
   

Hauptleute und Oberleutnante seit 1950

Hauptleute 

Heinz Damm 1950 - 1958
Josef Menke 1959 - 1969
Hubertus Linhoff 1970 - 1982
Werner Timmermann 1983 - 1994
Ferdi Schornberg 1988
Dr. Gisbert Kley 1995 - 2004
Klaus Schulte-Döinghaus 2005 - 2012
Peter Cosack 2013 - 2015
Thomas Linhoff seit 2016
   

Oberleutnante 

Wilhelm Hülsemann 1950 - 1953
Josef Menke 1954 - 1958
Heinz Stange 1958 - 1960
Gregor Konrath 1961 - 1963
Hermann Lönne 1964 - 1966
Konrad Deppe 1967 - 1969
Bernhard Lemaitre 1970 - 1975
Werner Timmermann 1976 - 1981
Ferdi Schornberg 1982 - 1987
Hartmut Brülle 1988 - 1993
Heinrich Giebeler 1994 - 2001
Klaus Schulte-Döinghaus 2002 - 2004
Thomas Linhoff 2005 - 2011
Alan Brülle 2012
Tim Friedrich 2013 - 2015
Alexander Lüer seit 2016
   

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges hielt sich die Begeisterung für das Schützenwesen verständlicherweise in Grenzen. Von Uniformen und allem, was nur in die Nähe des Militärischen reichte, hatten wir Deutsche die Nase voll. Es gab Wichtigeres: Wiederaufbau auf allen Ebenen. Manche Familien mussten erst wieder zueinander finden. Viele Schützen waren gefallen oder noch in Gefangenschaft. Die Besatzungsmacht beobachtete misstrauisch, was sich in den Vereinen entwickelte. Erst nach der Währungsreform 1948 begann sich das Schützenwesen wieder zu regen.

Die Männer der ersten Stunde trafen sich zaghaft bei Kussmann oder im Hotel Köppelmann. Es zeichnete sich mehr und mehr ab, dass man Willens war, die Tradition des Schützenwesens wieder aufleben zu lassen. Dementsprechend war man auch bald entschlossen, das Schützenfest wieder so zu feiern, wie es vor der kriegsbedingten Beendigung 1939 getan worden war.

Nun mussten die richtigen Männer gefunden werden, die in verantwortlicher Position den Anfang wagen wollten. Clemens Pfeiffer war die zentrale Person. Er sollte der erste Oberst nach dem Krieg werden. Doch ebenso wichtig war es, in den Kompanien geeignete und geachtete Hauptleute zu finden, die die Schützen wieder sammeln sollten.

Heinz Damm

 
  Hauptmann Heinz Damm führt die 1. Kompanie (1950)

Für die 1. Kompanie wurde Heinz Damm auserkoren ("Einer musste es ja machen," pflegt der heute 95 jährige bescheiden zu sagen.) Bis zum bitteren Ende war er Soldat. Er konnte der russischen Gefangenschaft entfliehen und geriet in Bayern den Amerikanern in die Hände. Als er einen Konvoi von Gefangenen aus Bayern nach Minden führen sollte, setzte er sich bei Paderborn ab und kehrte in seine Heimatstadt zurück. Die Erste, die ihm in Lippstadt über den Weg lief und ihm vor Freude um den Hals fiel, war Hanne Mütherich, heute Frau Brenken. Seine Mutter erkannte ihn nicht, als er völlig überraschend vor der Tür stand. Das elterliche Geschäft in der Blumenstraße wieder in Schuss zu bringen war vorrangig. 

Dennoch ging Heinz Damm mit Elan daran, die 1. Kompanie neu zu organisieren. 1950 wurde das 1. Schützenfest wieder gefeiert. Die ersten Jahre waren nicht einfach, aber die schönsten, weiß er zu berichten. Die alten Freunde waren begeistert von der Idee des Neuanfangs und machten mit. Auch seine Frau stand hinter ihm. Wenn Schützenfest war, wurde um 5 Uhr morgens Suppe gekocht und Brötchen geschmiert, damit die antretenden Schützen um 7 Uhr ein ordentliches Frühstück beim Hauptmann einnehmen konnten. Der Krieg hatte so vieles zerrissen, doch allmählich fügten sich die alten Verbindungen wieder zusammen. Der Schützenverein hatte daran einen hohen Anteil. Von 1950 - 1958 war Heinz Damm Hauptmann der 1. Kompanie. Nach 9 Jahren gab er sein Amt ab.

Josef Menke

 

Hauptmann Josef Menke mit Schützenkuchen
rechts Ollt. Konrad Deppe

 

Sein Nachfolger wurde ab 1959 Josef Menke, Schlossermeister auf der Rixbecker Straße. Wie sein Vorgänger, gehörte auch er der Kriegsgeneration an. Als Handwerksmeister wurde er in der Heimat benötigt. Ihm oblag unter anderem die Ausbildung der Jugend im Marineverein. Von daher ist er noch so manchem Lippstädter als "Menken Kapitän", bekannt. 

Josef Menke war immer und überall zur Stelle. Beim Wiederaufbau auf dem Schützenplatz, bei der Erweiterung der Schützenhalle und besonders der Errichtung des neuen Toilettenanbaus war sein handwerkliches Können gefragt. Aber auch wenn es etwas zu Feiern gab, fehlte er nie, selbst bei internen Hofstaatveranstaltungen war Hauptmann Menke immer einer der Letzen. Sein besonderes Steckenpferd war alljährlich die Organisation der Tombola zum Winterball. Für ihn fing das Fest erst an, wenn alles abgeschlossen war und der Erlös durchgezählt in seiner alten Aktentasche verschwunden war. Dann musste sich seine Frau den ganzen Abend auf diese Tasche setzen und er konnte beruhigt das Fest genießen.

Im Laufe seiner Amtszeit veränderten sich auch in unserer Stadt die Einstellungen zum Schützenwesen. Friedensbewegungen und ähnliches führten dazu, dass die Jugend alles was Uniform trug und nach militärischem Drill roch mehr und mehr ablehnte. Junge Leute im Schützenverein gab es nicht viele und wenn, dann standen sie dem Alten skeptisch gegenüber. Das merkte natürlich auch Josef Menke und machte sich auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Inzwischen waren 20 Jahre nach Wiederaufbau des Vereins vergangen.

Hubertus Linhoff

 
  Hubertus Linhoff als Oberst mit Adjutant Uwe Stedtfeld

Eines Sonntags morgens im Herbst 1969 erschien Josef Menke zusammen mit Oberst Dietrich Mattenklott und Major Friedrich Gerke auf dem Hof der Familie Linhoff, dem Gut Stirper Warthe vor den Toren der Stadt. Der Landwirt Hubertus Linhoff war als Thronoffizier 1960 in den Schützenverein eingetreten und seit dieser Zeit Schütze im Verein. Erst im September 1969 (nach Lehrund Wanderjahren) war er wieder nach Lippstadt zurückgekehrt, um die Leitung des Betriebes zu übernehmen. Nachdem die erste Überraschung über den unangekündigten des Besuchs verflogen war, kamen die hohen Würdenträger zur Sache:

1. Ein Generationswechsel in der Führung der ersten Kompanie sei dringend nötig. 
2. Mit seinen 32 Jahren sei Hubertus Linhoff gerade das richtige Bindeglied zwischen Alt und Jung. Der Kandidat stimmte zu, nachdem auch die Ehefrau mit einbezogen worden war und ihr Einverständnis signalisiert hatte. 

Es war ein Wagnis für beide Seiten. Hubertus Linhoff, nach Klemens Jungeblodt (2. Kompanie) der zweite Hauptmann der Nachkriegsgeneration, war dem Vorstand und den Deputierten persönlich relativ unbekannt und als neuer Hauptmann im Schützenwesen ziemlich unerfahren. Ein großer Vorteil kam der ganzen Sache allerdings entgegen: Es gab eine Zahl von gleichaltrigen Schützen, die auf einen allgemeinen Generationswechsel im Schützenverein warteten und es gab eine Anzahl von Lippstädtern, die in diesen Jahren nach Studienzeiten in ihre Heimatstadt zurückkehrten und sich engagieren wollten. Diese Gruppe galt es für die 1. Kompanie zu gewinnen, was auch gelang. Hauptmann Linhoff pflegte ein gutes Verhältnis zu den alten, gestandenen Schützen, so dass die junge Truppe nicht misstrauisch beäugt wurde, sondern immer mehr Entfaltungsfreiheit erhielt. 

Ein weiteres kam hinzu: Das Schützenfrühstück, das traditionsgemäß am Montagmorgen für alle Schützen mit Tatar und Brötchen in der Halle eingenommen wurde, durfte aus ernährungshygienischen Gründen (Salmonellengefahr) nicht mehr so durchgeführt werden. Als Alternative entstanden die Frühschoppen im Kreise der einzelnen Kompanien. Dieser Frühschoppen am Montagmorgen wurde ein Highlight der 1. Kompanie. Moderiert durch den Hauptmann kam es zu kabarettartigen Auftritten der verschiedensten Schützen. Dieser lockere Montagmorgen verband die Schützen untereinander, wobei Jung und Alt sich bestens zusammenfanden, was sich im allgemeinen Kompanieleben fortsetzte und zu manchen Neuaufnahmen führte. So gingen weitere 12 Jahre ins Land und es wurde Zeit, wieder einen Wechsel in der Kompanieführung vorzunehmen.

Werner Timmermann

 
Hauptmann Werner Timmermann  

Ausersehen von der Kompanie wurde ab 1983 Werner Timmermann, Diplomingenieur bei der Firma Dupont in Hamm-Uentrop. 
Als Sohn einer alten Lippstädter Schützenfamilie (Vater Werner war 1951 König des Vereins und langjähriger Schießhauptmann) war er prädestiniert für dieses Amt. 

Werner junior führte die Kompanie, geprägt vom neuen Geist, in dem jetzt eingeschlagenen Weg erfolgreich fort. Mitten in seiner laufenden Amtsperiode nahm er eine Auszeit, schoss 1988 den Vogel ab und regierte für ein Jahr das ganze Bataillon als König. Für dieses eine Jahr sprang spontan der verdienstvolle Oberleutnant Ferdinand Schornberg als Hauptmann ein. Als das Königsjahr zu Ende war, übernahm Werner Timmermann wieder die Führung der Kompanie. Die schöpferische Pause hatte ihn auf eine neue Idee gebracht: Er lockerte die Kompanieversammlungen dadurch auf, dass zuvor einmal im Jahr eine Besichtigung heimischer Betriebe durchgeführt wurde. Das war ein voller Erfolg. Die Kompanieversammlungen bekamen einen interessanten Anreiz. 

Als Werner Timmermann 1994 den Hauptmannsdegen weiterreichen wollte, stellte er der Kompanie gleich zwei Kandidaten zur Wahl und zog mit der ganzen Truppe in Klausur nach Drüggelte an die Möhne. Dort stellte er seinen Schützen die beiden Kandidaten vor. Hartmut Brülle, ein echter Pohlbürger eines alten Lippstädter Geschlechts, und der zugereiste Dr. Gisbert Kley. Die Wahl gewann nach kernigen Debatten Gisbert Kley.

Ferdinand Schornberg

 
  Hauptmann Ferdinand Schornberg

Im Königsjahr des Hauptmanns Timmermann (1988) übernahm der bisherige Oberleutnant Ferdi Schornberg die Führung der 1. Kompanie. In seiner Amtszeit war das Europaschützenfest in Lippstadt. Von ihm stammen Idee und Entwurf zum Signet und Briefkopf der 1. Kompanie und zum Verdienstorden des Vereins. Mit Michael Laumanns legte er die Bierpavillons der 1. und 4. Kompanie zu einem gemeinsamen großen zusammen.

Dr. Gisbert Kley

Hauptmann Dr. Gisbert Kley

Gisbert Kley, 1936 in Berlin geboren, aufgewachsen in München, was ihn zu einem echten Bayern werden ließ. Nach dem Studium der Naturwissenschaften, 1963 Abschluss als Diplom Landwirt und Dr. agrar, trat er 1966 in den Vorstand der DSV (Deutsche Saatveredlung) ein. Deren alleiniger Geschäftsführer er am 01. 07. 1974 wurde. 1968 zog er mit seiner Familie nach Lippstadt und ist seit Winterball 1976 Mitglied des Lippstädter Schützenvereins. Bei den Umzügen mischte sich der Jungschütze Gisbert Kley zielstrebig unter die Schützen und erfuhr von Alt und Jung auf diese Weise Lippstädter Geschichte. So wurde der "Bayer" schnell ein Aktivposten in der 1. Kompanie, was letztlich darin gipfelte, dass er mit seiner Frau Edelgard 1992 die Königswürde errang. Spätestens nach diesem Ereignis war der "Zugereiste" im Schützenwesen voll integriert.

Als Hauptmann, ab 1995, setzte er die Tradition der 1. Kompanie fort und intensivierte die Kombination von Betriebsbesichtigungen und Kompanieversammlungen. Er war der Initiator des Jungschützenpokalschießens um junge Männer im Schützenverein stärker zu fördern. Beim Ausmarschieren und Umzug durch die Stadt, hatte er immer die drei längsten Kerle der Kompanie (Uwe Damm, Stephan Dietz, Thomas Linhoff) unmittelbar hinter sich, was ihn auch äußerlich mit dem alten Fritz verband. 

Zum Schützenfest 1997 machte Frau Liesel Blöthe, geb. Timmermann aus Anlass ihres 60 jährigen Königinnenjubiläums eine großzügige Spende an die Kompanie. Von dem Betrag schaffte Hauptmann Kley drei neue Degen für die Leutnants an. Jeweils zum Schützenfest findet sonntags beim Antreten die Degenübergabe an den dienstjüngsten Leutnant statt. Eine sehr feierliche Zeremonie in der Kompanie, die zur Tradition geworden ist und in einem besonderen Buch festgehalten wird. 

Durch eine schwierige Operation im Herbst 1997 wurde Gisbert Kley zu einer kurzen Pause gezwungen. Die Schützen ließen ihn spüren, dass sie wie ein Mann hinter ihm standen, was sicherlich auch zu einer guten und schnellen Genesung beigetragen hat. Nach 9 Jahren sehr aktiver Hauptmannszeit, erkannte Gisbert Kley, dass ein Generationswechsel (ein zweiter nach dem Krieg) notwendig wurde. Eine Findungskomission stimmte mit ihm überein, dass der Oberleutnant Klaus Schulte-Döinghaus der Kompanie zum neuen Hauptmann vorgeschlagen werden sollte. Auf der Kompanieversammlung am 22. Oktober 2004 folgte die Kompanie dem Vorschlag und wählte Klaus Schulte Döinghaus einstimmig zum neuen Hauptmann, dem die Deputierten am 05.11. 2004 zustimmten.

Klaus Schulte-Döinghaus

Klaus Schulte Döinghaus, Jahrgang 1970, Sohn einer Lippstädter Bäckerfamilie, ist gelernter Müllermeister und Müllereitechniker und seit Jahren aktiver Schütze. Er hat eine klassische Offizierskarriere hinter sich: Er war Leutnant, mehrere Jahre Oberleutnant und Adjutant des Oberst und dann Oberleutnant der 1. Kompanie. Er verkörpert eine neue Generation in der Kompanie.

Wie im Jahre 1970 fand erneut ein echter Generationswechsel statt. Gleich in seinem ersten Hauptmannsjahr gelingt es ihm, mit Thomas Linhoff, Hermann Peters, Claudius Voigt und anderen ein junges engagiertes Team in die Führung der Kompanie zu holen. Zurecht hofft die Kompanie, durch dieses Team mehr junge Schützen in den Verein zu bekommen. Bewährtes soll erhalten werden, aber neue Aktivitäten sollen auch neue Zeichen setzen. Die ersten Ansätze in der Darstellung der Kompanie zeugen von einem neuen Stil.
Die Weichen für die Zukunft sind richtig gestellt.

Aktivitäten und Ereignisse

In unserem Verein wird die 1. Kompanie scherzhaft auch "Kompanie der Persönlichkeiten" genannt. Wir haben eine ganze Reihe von Mitgliedern, die durch ihr besondere Art von Humor und ihre Wortbeiträge nicht nur die Kompanieveranstaltungen bereichern, sondern auch schon in den höchsten Vorstandsämtern unseres Vereins aktiv waren. Diese von allen Schützenbrüdern geschätzten "Persönlichkeiten" haben uns diesen Beinamen wohl nicht zu Unrecht eingebracht. Unsere engagierten Mitglieder nehmen immer sehr zahlreich an den angebotenen Veranstaltungen teil. Bei uns ist die Kompanieversammlung nicht nur Gelegenheit, sich regelmäßig mit den anderen Schützen auszutauschen und aktiv am Vereinsleben teilzunehmen! Im Rahmen von Betriebsbesichtigungen haben wir schon sehr oft einen Einblick in die Lippstädter Industrie bekommen um zu sehen wo unsere Mitglieder ihre Arbeitsplätze haben. Diese Betriebsbesichtigungen und anderen Ausflüge erfreuen sich großer Beliebtheit und sind mittlerweile fester Bestandteil fast jeder Kompanieversammlung.
Seit Kurzem gehört auch ein Kompaniestammtisch jeweils am ersten Donnerstag des Monats zum Jahresprogramm der Kompanie. In Hülsemanns Schänke treffen sich Mitglieder aller Altersklassen in lockerer Runde um den Kontakt außerhalb der Schützenfestzeit aufrecht zu erhalten. 

Das Jungschützenpokalschießen, vom ehemaligen Hauptmann Dr. Gisbert Kley initiiert, bringt in jedem Jahr die Jungschützen der einzelnen Kompanien unseres Vereins zum sportlichen Wettkampf zusammen.

Neu hinzugekommen ist im Jahre 2005 das Vogelschießen für die Jungschützen der 1. Kompanie. Die Teilnehmer des ersten Schießens waren alle sehr konzentriert und hatten sehr viel Spaß an dieser Veranstaltung. Da konnte für das "echte" Vogelschießen beim Schützenfest einmal richtig geprobt werden. So werden wir ganz sicher in den nächsten Jahren viele Mitglieder der Kompanie für die Teilnahme am Wettbewerb um die Königswürde im Lippstädter Schützenverein begeistern.

Der Frühschoppen am Schützenfestmontag ist in jedem Jahr die Gelegenheit in fröhlicher Runde ein Bierchen miteinander zu genießen und auch verdiente Schützen mit dem eigens geschaffenen Verdienstorden der 1. Kompanie auszuzeichnen. Beim letzten Schützenfest ist zum ersten Mal ein Offizier, der sich im Schützenjahr durch großes Engagement hervorgetan hatte, mit einem Traditionellen Lippstädter Schützenkuchen belohnt worden. So sollen auch in Zukunft besonders engagierte Schützen und Offiziere ausgezeichnet werden. Auf diese Weise haben wir eine Möglichkeit, einen alten Brauch auch in den nächsten Jahren mit Leben zu füllen, da unser Verein einer der wenigen ist, die die Tradition des Schützenkuchens noch aufrechterhält.

Die Kompanie feiert natürlich nicht nur das Schützenfest. Auch die jährlich am Fronleichnamstag durchgeführte Fahrradtour ist bei unseren Mitgliedern und ihren Familien sehr beliebt. Regelmäßig begrüßen wir zu dieser Gelegenheit auch Mitglieder der anderen Kompanien unseres Vereins.
Auch bei der Pflege und Erhaltung unseres wohl einmalig schönen Schützenplatzes an der Bellevue sind die Mitglieder tatkräftig eingebunden. So ist die 1. Kompanie zusammen mit den Mitgliedern der Fahne für die Pflege der Rasenfläche zuständig und sorgt beim Schützenfest und anderen Veranstaltungen auf unserem Schützenplatz für eine angenehme "Marschunterlage".

Klaus Schulte-Döinghaus

Der Kompanie-frühschoppen am Schützenfest-montag

 
Frühschoppen am Schützenfestmontag: Hauptmann Hubertus Linhoff und Vorjahrskönig Gerhard Brülle haben Hartmut zum Ziel ihrer Späße gewählt (1982)  

Die erste Kompanie darf mit Fug und Recht für sich in Anspruch nehmen, den Programm- Frühschoppen am Schützenfestmontag als erste praktiziert zu haben, bevor er sich dann auch bei den anderen Kompanien einbürgerte. 

Zur Erinnerung: Bis zu Beginn der 70er Jahre war es Usus, dass am Montagmorgen nach dem Einmarsch auf den Festplatz alle Schützen, gemeinsam bzw. in kleinen Gruppen über die große Halle verteilt und nicht nach Kompanien geordnet, ein Frühstück einnahmen. Es bestand alle Jahre vornehmlich aus Mettbrötchen. Diesem Brauch machte sofort nach seinem Amtsantritt als Kreisveterinär Dr. Georg Pöpsel ein Ende. Er erhob, eigentlich gar nicht zu Unrecht, Einspruch gegen den Verzehr dieser Mettbrötchen, die ungeschützt auf den Büffettischen der Wärme ausgesetzt waren. Dies nahm der Vorstand zum Anlass, das gemeinsame Frühstück ganz abzuschaffen und stattdessen in den einzelnen Kompanien einen Frühschoppen abhalten zu lassen, wobei nichts zum Essen gereicht wurde. Man hatte ja schließlich schon vor dem Antreten in den Kompanielokalen gefrühstückt. 

Dieser Frühschoppen war nun keine sonderliche Attraktion, die einzige Abwechslung war, wenn der amtierende König mit Pauken und Trompeten erschien und den zahlreichen Runden noch eine weitere hinzufügte. Nicht so bei der ersten Kompanie! Hier entwickelte sich, spontan und durch Zufall, ein lustiges Programm, das aus witzigen Erzählungen, Liedvorträgen und allerlei Schabernack einzelner Kompaniemitglieder bestand. Der Einfallsreichtum steigerte sich von Jahr zu Jahr, der Frühschoppen bot kabarettreife Auftritte, und wenn der König mit seiner Musikkapelle zum Versammlungsplatz der ersten Kompanie heranrauschte, wurde er höflich gebeten, leise Platz zu nehmen, da man sonst nichts verstünde. Viele Jahre hielt sich der Frühschoppen auf diesem hohen Niveau.
Heute wird ein solcher Programm-Frühschoppen bei allen Kompanien gepflegt, und sie wetteifern miteinander um die besten Gags.

Das Reitercorps des Lippstädter Schützenvereins

 
  Infanterist Uwe Damm und der schnauzbärtige Reitersmann Arndt-Albrecht in herzlicher Verbrüderung

Eigentlich ist es eine Unmöglichkeit, dass ein traditionsbewusster Schützenverein im Pferdeland Westfalen keine eigene berittene Abteilung hat, erst recht in Lippstadt, wo in preußischer Garnisonszeit immer eine Schwadron von Husaren, Ulanen oder Kürassieren gelegen hatte. Das dachten jedenfalls einige Schützen der 1. Kompanie, die bisher brav hinter ihrem Hauptmann Heinrich Damm hermarschiert waren. - eigentlich dem Pferdemann des Kreises Lippstadt. Aber woher hätte man die Pferde nehmen sollen und woher die Reiter? 

Nun ist bekanntlich für die Männer der 1. Kompanie, die der Persönlichkeiten, nichts unmöglich, zumindest nach eigener Einschätzung. Und so kam es, dass am Montagmorgen des Schützenfestes 1983 ungelogen 27 stolze Schützen der 1. Kompanie, die Gewehre an Lederriemen auf den Rücken gehängt, auf 27 Rossen zur Parade auf den Rathausplatz ritten. Bei der Parade allerdings waren es nur noch 26, denn eine hinterfotzige Säbelattacke des neidischen Leutnants Dieter Beumer (3. Kompanie) hatte den tapferen Reiter Möhre Hecker auf das Pflaster vor Cafe Peters niedergestreckt. 

Nichtsdestotrotz, - der militärische Drill der Kavalleristen war hervorragend, und die Reitertruppe hätte bei der Parade ein vorzügliches Bild abgegeben, wenn die Pferde ein wenig disziplinierter gewesen wären. Leider machten sie, jedes für sich, was sie wollten. Den Satteltrunk beim Königsvater Hermann Haßelhorst beim Rathaus um die Ecke konnten zwar die meisten noch genießen, den finalen Galopp quer über den Schützenplatz zum Bierstand machten aber nur noch sechs Reiter mit. Sie sahen wenig später von ihrem erhöhten Ausguck, wie ihr schwer blessierter Kamerad Möhre auf den Schultern seiner unfreiwillig wieder zu Infanteristen degradierten Freunde als neuer Schützenkönig zur Theke getragen wurde. Da stiegen sie denn auch aus dem Sattel.

Dr. Bernd Felker

Die "Lass geh'n" - Kapelle

 
Übungsstunde im Gasthof Landgräber  

Nach der Frühjahrsversammlung der ersten Kompanie im Jahre 2002 kam zur Sprache, dass sich einige Jungschützen seit längerer Zeit mit dem Gedanken trügen, eine eigene Blaskapelle zu gründen, und man sich diesbezüglich am kommenden Abend beratschlagen wolle. Es seien alles andere als Profis, sondern junge Leute, die Spaß am Musizieren hätten und auch anderen mit ihrer Musik Spaß machen wollten, - ohne Verträge, Termine, Geldforderungen, einfach nur so und wann immer man Lust habe. Lass geh'n! 

Mit den ersten existierenden Instrumenten (meist Hörnern) versammelte man sich im Goldenen Hahn. Die Sache ließ sich einfach an, die Planungen waren schon weit fortgeschritten, und so wurde am selben Abend die Gründung der Kapelle in den Stiel gestoßen. Unter den Gründern waren einige geübte Instrumentalisten, andere ließen sich vom Jagdhorn auf Trompete umschulen, nicht alle waren im Notenlesen firm, einige waren absolute Anfänger.

Der erste öffentliche Kurzauftritt war gegenüber bei Landgräbers, wo die Gäste allerdings mit Lob geizten. Ob das wohl jemals was Gescheites werde? Nach Musik höre sich das Dargebotene kaum an, die Jungens seien alle ganz nett, aber eine Kapelle könne man diesen Haufen doch nicht nennen. 

Nur einer war optimistisch und machte Mut: Stammgast Bernd Felker. Er wurde der erste Fan und Sponsor der Lass geh'n - Kapelle. Er bot hohe Wetten an, dass die Kapelle in den drei bis zum Schützenfest verbleibenden Monaten drei Musikstücke anhörbar zum Besten geben könnten. Damit löste er eifriges №ben aus. Und siehe da, auf dem Schützenplatz erklangen drei kleine Märsche, sehr manierlich mit acht Instrumenten vorgetragen, und niemand brauchte sich die Ohren zuzuhalten. 

Von nun an wurde das Repertoire von Jahr zu Jahr umfangreicher, es gab neue Instrumente und neue Mitglieder, die Qualität der Auftritte wuchs. Längst war das Zuhören keine Zumutung mehr, - im Gegenteil: bei allen Veranstaltungen rund um das Schützenfest wurde die Mitwirkung der Kapelle erbeten, beim Schmücken, Vorexerzieren, Manschettenknopfübergabe, Kompanieversammlungen und privaten Feiern der Könige und Jubelkönige. Auch für Geburtstage, Polterabende, Hochzeiten und Martinsumzüge hat die junge Kapelle mittlerweile die passende Musik.

 
  Hauptsponsor Doktor Felker lauscht verzückt den Klängen "seiner" Kapelle

Die jüngste Tradition seit 2006 ist der öffentliche Übungsabend mit Weihnachtsliedern bei Landgräber, am letzten Montag vor dem Fest. 

Daniel Bertelt (Trommel), 
Allan Brülle (Tenorhorn), 
Anne Cosack (Tenorhorn), 
Andreas Heine (Trommel), 
Christian Heine (Posaune), 
Christiane Linhoff (Trompete),
Thomas Linhoff (Trompete), 
Pütt Albert jun. (Becken), 
Günter Schmidt (Klarinette), 
Klaus Schulte-Döinghaus (Trommel),
Dirk Selzener (Tuba), 
Martin Tack (Posaune), 
Claudius Voigt (Trompete)

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